Welche Anbaupraktiken sind am besten für die Umwelt?

Aktualisiert: Aug 4



Um diese Frage zu beantworten haben wir einen Workshop mit Pflanzenbauspezialisten durchgeführt (u.a. der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf). Wir wollten identifizieren, welche Anbaupraktiken die vielversprechendsten für eine umweltgerechte Landwirtschaft sind. Spoiler Alert: die Frage in dieser Form zu beantworten ist fast unmöglich. Denn die „Umwelt“ besteht aus vielen Bereichen (Boden, Klima, Biodiversität, Wasser) und landwirtschaftliche Praktiken können völlig unterschiedliche Wirkungen auf diese einzelnen Bereiche haben. Sowohl Praktiken als auch Auswirkungen müssen also differenziert betrachtet werden.


Das Bild zeigt ein erstes Ergebnis unseres Prozesses. Wie sind wir vorgegangen? Zuerst haben wir eine Liste mit Anbaupraktiken gemacht (gelbe Zettel 1. Spalte von links). Dazu gehören zum Beispiel die Dauerbegrünung der Äcker und eine sehr weite Fruchtfolge. Anschließend haben wir diese Praktiken auf ihren positiven oder negativen Einfluss auf die Bereiche Klima, Biodiversität, Boden und Wasser bewertet. Weitere wichtige Bewertungskriterien waren die Möglichkeit, dass die Praktiken zu einer Einsparung von Betriebsmitteln (Sprit, Dünger, Pflanzenschutzmittel) beitragen und wie effizient sie die bereits vorhandene Fläche nutzen. Schließlich haben wir uns noch Hürden (und wie man diese überwinden kann) sowohl für Landwirt*innen als auch Verbraucher angesehen, wenn es um die Förderung der Praktiken geht. Bei den Hürden für die Landwirt*innen gab es die interessantesten Diskussionen, weil es für sie in vielen Fällen eine Umstellung (und damit auch ein Risiko) ihrer bisherigen Wirtschaftsweise bedeutet. So eine Umstellung kann mehrere Jahre dauern.


Wir haben deswegen beschlossen uns zuerst auf die Landwirt*innen zu konzentrieren, die bereits einige der Anbaupraktiken nutzen und dann schrittweise Neue einführen wollen. Anbaupraktiken in der näheren Auswahl sind zum Beispiel das Anlegen von Blühstreifen und von biodiversitätsfördernden Hecken rund um die Felder, weite Fruchtfolgen, der Anbau neuer oder seit langem in Deutschland nicht mehr angebauter Kulturen, die Dauerbegrünung von Feldern oder eine reduzierte Bodenbearbeitung. Dazu braucht es eine gute Portion Optimismus und vorwärtsgerichtetem Denken seitens der Landwirt*innen und wir freuen uns auf die nächsten Gespräche die wir in diese Richtung führen werden.

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